Mittwoch, 18. Juni 2014

-4- Wenn eine Romanfigur mit dir Schluss macht

Du merkst schon, dass etwas nicht zwischen euch stimmt, wenn du die Hälfte des Buches erreicht hast?
Das liegt dann wohl daran, dass du deine lieb gewonnenen Charaktere bald verlassen musst.


Es ist nie einfach ein Projekt zu beenden. Aber wenn man sich als Autor wirklich so intensiv mit den Charakteren identifizieren kann, dass sie einem wirklich ans Herz wachsen, dann wird das Ende umso bitterer. Ich spüre es jetzt schon und bin gerade mal über die Hälfte des Romanes hinaus. 
Mein derzeitiger männlicher Hauptcharakter Jayden Andrews ist wirklich jemand, der mein Herz im Sturm erobern konnte. Er hat Eigenschaften an sich, die ich an einem Mann sehr schätze und er hat Augen, die einen zerschmelzen lassen. Aber er ist genau wie jeder andere Mensch nicht perfekt und er ist auch dementsprechend bereit, mir den Laufpass zu geben, wenn seine Geschichte mit Alara Hardin zu Ende erzählt sein wird.
Ich muss damit klar kommen, oder? Ich habe eigentlich keine andere Wahl. Ich könnte mir natürlich noch Stoff für eine Fortsetzung zusammenspinnen und die Geschichte ewig weiterdichten, aber wenn Jayden nicht sagt, dass er das möchte, dann ist jemand anderes an der Reihe und das muss ich dann akzeptieren. 
Ich glaube, diese Kommunikation mit imaginären Menschen, können nur andere Autoren wirklich gut nachvollziehen. Aber auch manchen Lesern geht es so, dass manche Charaktere beim Lesen von guten Romanen zum Leben erwachen. Doch verpuffen sie mit der letzten Seite und verschwinden. Manchmal fühlt man sich für einen Moment einsam und allein und als Autor legt die Psyche noch eine Schippe drauf und man fühlt sich, als hätte man tatsächlich einem lieben Menschen Lebewohl gesagt.

Noch darf ich die Zeit mit Alara und Jayden genießen und ihr könnt euch auf eine neue Geschichte von mir freuen, die länger sein wird, als meine Erstveröffentlichung. Vor allem aber wird sie auch schöner, ergreifender, lustiger und hoffentlich mitreißender sein. 
Wirklich viel möchte ich zu der Geschichte noch nicht sagen und auch den Titel behalte ich noch ein wenig für mich. Ich hoffe allerdings, dass Jaydens Charme auch auf die Leserinnern übergreifen und euch der Abschied von ihm genauso schwer fallen wird, wie mir, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.



Sarah Jordan

Donnerstag, 12. Juni 2014

-3- Das erste eigene Buch


'Ein Autor verliebt sich in seine Worte, er verliebt sich in seine Figuren. Er weint ihre Tränen, er fühlt ihre Ängste und lebt ihre Gedanken. Nichts auf der Welt gibt mir mehr Erfüllung, als ihre Geschichten zu erzählen.'

Viele stellen sich die Frage 'Wie fühlt sich an, sein eigenes Buch in Händen zu halten?

Ich kann diese Frage nur auf meine eigene Weise beantworten und mit meinen eigenen Worten erklären, denn ich glaube, dass es sich bei jedem Menschen anders anfühlt, ein solches Ziel zu erreichen. Ich selbst kann beispielsweise nicht nachvollziehen, wenn so viele Autoren sagen, es würde sich irgendwie unwirklich anfühlen und man könnte es manchmal selbst nicht glauben.

Nun, ich kann es glauben und für mich ist es alles andere als unwirklich. Es ist wahrhaftig, es ist schön, man ist erfüllt von Stolz und Freude und Glück und auch einer guten Spur Eigenlob, die sich auch jeder Künstler erlauben darf. Sein erstes Werk auf die Menschen loszulassen ist ein toller Schritt, der sehr viel Nervosität entfacht, gleichzeitig aber eine derartige Befriedigung hervorruft, sodass man sich auf die Nervosität gar nicht mehr richtig einlassen kann. Es ist einfach die einzigartige Erfahrung, dass ein Traum wahr wird. Wenn man diesen Traum weiterlebt, anstatt ihn als erfüllt anzusehen, kann man ewig von diesem Glücksgefühl zehren. Eigentlich ein tolles Erstreben. :-)



Noch viel mehr Leute fragen sich nach meiner Veröffentlichung 'Wie gehst du mit der negativen Kritik um?'
Wie man mit Kritik umgeht hängst erst einmal von der Art der Kritik ab und natürlich von der eigenen Einstellung zu sich selbst und zu dem, was man geschaffen hat. Ich persönlich kann sagen, dass mich die Kritik der Menschen keineswegs trifft. Es gibt nun einmal Dinge wie Geschmack auf der Welt und wie jeder weiß, sind Geschmäcker ziemlich unterschiedlich. Das ist beim Essen so, bei der Wahl der Kleidung und auch bei der Wahl des Partners. Ebenso natürlich auch bei Geschichten. Was dem einen gefällt, kann des anderen Graus sein. Und das muss man als Autor einfach so hinnehmen.
Es gibt Kritik, die wirklich konstruktiv und produktiv ist, die objektiv verbleibt und nicht gegen den Autor persönlich vorgeht. Diese Art von Kritik - die einzig wahre, übrigens - ist eine, die jeder Autor recht gerne sieht, denn sie hilft uns, noch besser zu werden und unsere Leidenschaft Stück für Stück zu optimieren.
Leider gibt es aber auch sogenannte Kritiker, die sich erlauben, dem Autor die Karriere zu verpfuschen und ihm Steine in den Weg zu werfen, ohne selbst den Finger krumm genug machen zu können, damit er eigens die Tasten trifft, um eine gescheite Geschichte zu verfassen. Leider reißen viele immer wieder ihre Münder auf und haben die Ansicht etwas kritisieren zu dürfen, was sie selbst noch nicht besser gemacht haben. Diese Art von 'Kritik', lasse ich an mir abprallen, weil sie es gar nicht wert ist, ernst genommen zu werden. Als Youtuber und zusätzlich noch als Person die polarisiert, stand es von Anfang an fest, dass das Schlachtfest eröffnet ist, sobald mein Buch zu haben ist. Die Meute, die mich nicht mag oder mir etwas nicht gönnt, stürzt sich auf meine Worte und reißt sie auseinander.
Mit diesen Dingen habe ich gerechnet und mich früh genug damit auseinandergesetzt. Es interessiert mich nicht, weil ich schlichtweg weiß, was ich kann. Und es gibt genügend Dinge, Menschen und Erfahrungen, die mir dies auch bestätigen. Letztendlich schreibt ein Autor seine Werke in erster Linie einmal für sich selbst. Aus diesem Grund zählt es auch nur, dass man selbst damit zufrieden und stolz auf sich ist. Wenn man das, was man erschafft, selbst liebt, dann spielt es keine Rolle, wie andere Menschen das sehen. Man muss im Leben niemandem etwas beweisen, außer sich selbst. Und ich bin zufrieden mit mir, ich weiß, was ich kann, ich lebe meine Träume und niemand wird mir jemals im Weg stehen können, wenn ich es nicht selbst bin, der es tut.

Die letzte Frage, die mir oft gestellt wird ist, 'Ist man motivierter, wenn man das erste Buch mal auf dem Markt hat?'
Ich für meinen Teil kann definitiv sagen: Ja! Ich bin eindeutig motivierter und viel intensiver mit meinen Geschichten beschäftigt. Ich will ständig etwas Neues erschaffen, ständig weiterarbeiten und die richtigen Worte finden und den Leuten mehr von den Geschichten bieten, die mir den ganzen Tag das Leben schöner machen.
Es ist ein ganz besonderes Gefühl ein Autor zu sein und dieses Leben auch leben zu können. Sich den ganzen Tag mit dem zu beschäftigen, was einen erfüllt, eine Arbeit dort auszuführen, wo es einem am besten gefällt und es genau dann zu tun, wann man möchte, ist ein Luxus, den sich nicht jeder leisten kann. Es ist ein Leben für die Träume, ein Leben für sich selbst.

Ich zitiere immer gerne Wolfgang Hohlbein an dieser Stelle: 'Reichtum misst sich nicht in Zahlen. Wenn ich so leben kann, wie ich möchte, dann bin ich so reich, wie ich nur sein kann.'



Sarah Jordan